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10 Jahre Krieg in Syrien

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Was ist geschehen?

Seit einem Jahrzehnt kennen Millionen Syrerinnen und Syrer kein Leben mehr ohne Not und Vertreibung. Caritas Schweiz ist seit 2012 für diese Menschen im Einsatz. Ein Blick auf zehn Jahre Krise - und das Hilfsprogramm der Caritas.
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Im März 2011 werden gewaltlose Proteste im Rahmen des Arabischen Frühlings von der syrischen Regierung niedergeschlagen. Landesweite Aufstände folgen. Rasch eskaliert die Gewalt, eine militärische Auseinandersetzung entbrannt. 

Auch der Islamische Staat nutzt die Gunst der Stunde inmitten von Chaos und Zerstörung, nimmt weite Gebiete ein und ruft 2014 sogar ein Kalifat aus. 

Seit 2018 gilt der Islamische Staat als weitgehend zerschlagen; dennoch flammt die Gewalt immer wieder auf. Nachdem 2015 Russland zugunsten der Assad-Regierung in den Krieg eintritt, hat das Regime den Grossteil des Landes zurückgewonnen. Derzeit dauern die Kämpfe vor allem in der Region Idlib im Nordwesten des Landes an.




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Früh wird die Zivilbevölkerung zum Spielball der Kriegsparteien. Das Assad-Regime setzt bereits in den ersten Jahren Belagerungen und Blockaden als Mittel der taktischen Kriegsführung ein. Hunger und Versorgungsengpässe folgen. Giftgasangriffe kosten Tausende, darunter viele Kinder, das Leben.
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Um ihr Leben zu retten, bleibt den Menschen nur die Flucht. Sie fliehen in den Nachbarort, dann in die nächste Stadt, wenn die Gewalt näher kommt - oder über die Grenze in die Nachbarländer. Viele Syrerinnen und Syrer fliehen 2015 aus der Region. Die Flüchtlingsbewegung, besonders die gefährliche Route über das Mittelmeer, steht während dieser Zeit im Fokus der medialen Aufmerksamkeit in Europa.

Wie in vielen Krisen, so gilt jedoch auch hier: Die Nachbarländer haben weitaus am meisten der ausser Landes geflüchteten Syrerinnen und Syrer aufgenommen.
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Wie geht es den Menschen heute?

Wo sind die Syrerinnen und Syrer heute?
Wo sind die Syrerinnen und Syrer heute?
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Der Syrienkrieg ist zu einer der grössten humanitären Katastrophen der Gegenwart geworden. Ganz besonders vom Krieg betroffen sind die 12 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, und die arme Bevölkerung vor Ort. Auch die benachteiligte Lokalbevölkerung in Gastländern wie dem Libanon oder Jordanien spürt die Folgen.
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Überall Zerstörung, keine Grundversorgung, keine Perspektiven, Angst vor weiterer Gewalt: Das ist der Alltag der Menschen in Syrien. Schulen, ganze Wohngebiete und Wassersysteme liegen in Trümmern. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der Menschen sind arbeitslos, 80% leben in Armut. Das Bildungssystem funktioniert kaum noch. Über zwei Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Es droht eine verlorene Generation.
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Gastländer wie Jordanien und Libanon können kaum die eigene Bevölkerung ausreichend versorgen. Wie sollen sie die Millionen geflüchteten Syrerinnen und Syrer in ihr Schulsystem, den Arbeits- und Wohnungsmarkt integrieren?

Auch in diesen Ländern leben die ärmsten Menschen unter schwierigsten Bedingungen in menschenunwürdigen Unterkünften und von der Hand in den Mund. Im Libanon hat sich die Situation durch die aktuelle Finanz- und politische Krise sowie die Explosion im Sommer 2020 deutlich verschärft.
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Die Hilfe der Caritas

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Seit 2012, knapp einem Jahr nach Kriegsausbruch, engagiert sich Caritas Schweiz mit Humanitärer Hilfe für die Menschen in der Krisenregion. Sie arbeitet eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, ist so nahe an den notleidenden Menschen und kann rasch auf sich verändernde Umstände reagieren.

Wo ist die Caritas tätig?
  • Seit 2012 in den Nachbarländern, heute im Libanon und in Jordanien
  • Seit 2016 in Syrien selbst
An wen richtet sich die Hilfe?
  • Intern Vertriebene in Syrien
  • Syrische Flüchtlinge in Jordanien und Libanon
  • Bedürftige Menschen der Lokalbevölkerung in den Gastländern
Wie umfangreich ist das Engagement der Caritas?
  • Bis heute erhielten 670'000 Menschen Unterstützung.
  • 76 Millionen Schweizer Franken setzte die Caritas seit Programmbeginn um.
Wie unterstützt die Caritas die Menschen?
Unser Hilfsprogramm basiert auf 3 Pfeiler:
  • Not- und Überlebenshilfe
  • Bildung in Krisensituationen
  • Beschäftigung und Einkommensförderung
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Leben retten – das stand von Beginn an im Zentrum der Hilfe. Viele Menschen flohen mit nichts als den Kleidern an ihrem Leib. Die Caritas unterstützt sie seit 2012 dabei, ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Unterkunft, Sicherheit zu sichern.
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Wo anfangs in erster Linie Nahrungsmittel, Wasser, Hygiene- und andere Alltagsartikel verteilt wurden, ist heute die Bargeldhilfe (cash assistance) eines der wichtigsten Elemente der Nothilfe: Die notleidenden Menschen erhalten monatliche Zahlungen. Diese Hilfe ist effizienter und besser auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet. Denn sie ermöglicht es ihnen, selbst zu kaufen, was sie am dringendsten brauchen.

Daneben werden auch Unterkünfte bereit- bzw. wieder instandgesetzt, damit die Vertriebenen zumindest ein sicheres Dach über dem Kopf haben.
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Im Jahr 2016 begann die Caritas zusätzlich ihr Engagement im Bildungsbereich, damit Kinder wieder in die Schule gehen und gut lernen können. Denn in der Krisenregion droht eine verlorene Generation. Die Caritas organisiert zunächst Nachhilfe und psychologische Betreuung. Das Ziel ist, dass sie wieder dem Unterricht folgen können. In Syrien renoviert sie Schulen. Insbesondere aber trägt sie im Libanon dazu bei, dass Lehrerinnen und Lehrer besser auf die Bedürfnisse der oft traumatisierten Kinder eingehen können.
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Zusammen mit den libanesischen Bildungsbehörden entwickelt Caritas Schweiz seit 2016 ein Modell zur Lehrerfortbildung. Damit stärkt sie das gesamte libanesische Bildungssystem – und ermöglicht qualitativ gute Bildung. Es ist geplant, das Modell auch in andere Länder zu transferien.
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Je länger die Krise andauert, desto wichtiger wird es, dass sich die Betroffenen wieder Einkommensquellen aufbauen können, um nicht langfristig von Nothilfe abhängig zu werden. Ebenfalls seit 2016 engagiert sich die Caritas in diesem Tätigkeitsfeld. Mit befristeten Beschäftigungsprogrammen (Cash-for-Work) hilft sie Betroffenen, ihr Einkommen kurzfristig zu stabilisieren und ihre Berufskenntnisse zu verbessern. Sie fördert den Auf- und Ausbau von Kleinstunternehmen und hilft heute auch jungen Syrerinnen und Syrern, sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. 
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Weder Frieden noch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage sind absehbar. Caritas Schweiz wird weiterhin an der Seite der Menschen bleiben, überlebenswichtige Nothilfe leisten und versuchen, Perspektiven zu schaffen.

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