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Brasilien: Wie der Klimawandel das Leben von Maria Diva bedroht

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Maria Diva

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Das ist Maria Diva. Sie führt zusammen mit ihrer Familie im Nordosten Brasiliens  ‒  in der Halbwüste Sertão do Araripe ‒ ein hartes, von permanenter Trockenheit geprägtes Leben
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Ich heisse Maria Diva, aber alle kennen mich nur als Diva.
Ich bin 53 Jahre alt, bin hier in der Gemeinde Boa Fortuna geboren und aufgewachsen.

Ich bin Mutter von neun Kindern, wir sind hier im Haus elf Personen. Wir haben Schwierigkeiten, denn oft sind meine Söhne zum Arbeiten in Bahia und ich muss mich hier um unsere Felder kümmern. Ich bin Bäuerin, wie hier alle Leute wissen. Ich nehme an den Projekten der Organisation Caatinga teil. Die Frauen dort kennen mich alle.
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Dona Diva im Kreis ihrer Kinder ‒ zwei von ihnen fehlen auf diesem Bild. Sie sind derzeit im Bundesstaat Bahia, da sie dort Arbeit als Tagelöhner gefunden haben. Die jüngeren Kinder gehen noch zur Schule, die älteren helfen bei der Haus- und Feldarbeit.
Von links stehend: João (19), Manoel (12), Maria Diva (53), Maria do Socorro (7), Lindeilma (21), Eva (16); sitzend:  Izael (24), Reinaldo (30)
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Die grosse Trockenheit

Ausgetrockneter Boden und Gehölz, so weit das Auge reicht: Der Sertão do Araripe im Bundesstaat Pernambuco, wo Maria Diva und ihre Familie zuhause sind, gehört zu den regenärmsten Regionen Brasiliens.
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Von August bis Oktober 2018 gab es in der Sertão do Araripe weniger als 50 Millimeter Regen. 
Zum Vergleich: In der Schweiz fiel Ende Oktober an nur einem Tag eine bis zu sechsmal grössere Menge an Niederschlägen.
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Die zunehmende Trockenheit und die Abholzung des traditionellen Baum- und Buschbestandes sind verheerend. Böden erodieren und gehen für die Landwirtschaft verloren. 
«Unsere Böden verlassen uns langsam», sagt Maria Diva.
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Die Familie hat ein paar Hühner, Schweine und Ziegen, doch nach den schweren Dürren der letzten Jahren mussten sie wie viele Familien den grössten Teil des Viehbestands verkaufen.
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Viele Brunnen sind ausgetrocknet. «Die Trockenheit ist schwer für uns», sagt Maria Divas Mann José. «Früher konnten wir im Dezember schon die Felder bestellen, heute regnet es vor Neujahr meist nur ganz wenig. Der richtige Regen kommt ‒ wenn überhaupt ‒ erst später.»
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Wasser holen im einige Kilometer entfernten Tümpel ist Schwerstarbeit. Das Wasser ist nicht trinkbar und hat einen hohen Salzgehalt.
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Grauwasser

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Ich habe vor 18 Jahren einen Teil unserer Ernteerträge und einige Tiere verkauft, um ein Stück Ackerland kaufen zu können. Es ist zwar nur zehn Hektar gross, hilft uns aber trotzdem sehr, denn so hat meine Familie jedes Jahr genug zu essen. Die Ernte ist bescheiden, reicht aber, um während der Trockenzeit zu überleben. 



Die Zisternen erleichtern unser Leben sehr: Zuerst bekamen wir eine Trinkwasserzisterne, dann eine  Nutzwasserzisterne, die hilft, um auch in der aktuellen Dürre anpflanzen
zu können. Wir pflanzen auch Maniok an, manchmal können wir das Mehl verkaufen und etwas Geld damit verdienen, um zum Beispiel Kleider zu kaufen. Und jetzt bekommen wir die Grauwasseranlage. Das ist alles eine grosse Hilfe, für uns und unsere Tiere. 
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Der Mitarbeiter der Caritas-Partnerorganisation Caatinga erklärt der Familie, wie ihre neue Grauwasseranlage funktioniert. Darin können täglich 200 Liter leicht verschmutztes Wasser in einem vierstufigen Filtersystem aufbereitet werden. Das Wasser kann zum Bewässern der Pflanzen eingesetzt werden.
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Das aufbereitet Wasser wird in einer Zisterne gesammelt und durch ein Bewässerungssystem verteilt. Und so fliesst auf einmal wertvolles Wasser, das ganz gezielt auf den Feldern eingesetzt werden kann.
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Das Bewässerungssystem wird perfektioniert. Dies ermöglicht es, dass die Felder auch in der Trockenzeit bewirtschaftet werden können. So liegen sie nicht mehr monatelang brach und verlieren ihre Nährstoffe.
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Die Planung für die Anpflanzung kann in Angriff genommen werden: José kann dank der Grauwasseranlage eine grössere Pflanzenvielfalt als nur Bohnen, Mais und Maniok anbauen. Dass erhöht die Ernährungssicherheit- und Vielfalt für die ganze Familie.
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Für die 16-jährige Tochter Eva, hier auf dem Bild zusammen mit ihrer Cousine Isabel (11), verbessern sich mit dem Wassersystem die Zukunftsaussichten. Ein Leben im Sertão do Araripe scheint trotz Klimawandel eine Option zu sein.
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Und auch bei Maria Diva kehrt die Zuversicht zurück. Obwohl es in der Sertão do Araripe immer weniger regnet, gibt der Boden dank der optimierten Wasserversorgung weiterhin so viel her, dass sie und ihre Familien genügend zu Essen haben. Der Alltag und ihre angeschlagene Gesundheit bereiten ihr Sorgen. «Aber heute geht es mir gut und ich bin glücklich. Ich freue mich, dass ihr da seid, und möchte mich bedanken.»
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Caatinga

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Für das Projekt, von dem die Familie von Maria Diva und José sowie 99 weitere Familien ihre Existenz in der unwirtlichen Sertão do Araripe sichern können, arbeitet Caritas Schweiz mit der lokalen Partnerorganisation zusammen.
Lern-Video unserer Partnerorganisation Caatinga
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